18 Fragen – 18 Antworten: Lernen Sie den Vorstand der FDP Neu-Isenburg besser kennen!

Außerhalb der üblichen Vorstellungsreihe, richten wir heute unser Augenmerk ausnahmsweise auf kein Mitglied des Ortsvorstandes, dafür aber auf ein Neu-Isenburger Mitglied des Vorstandes der Kreis-FDP. Ohne Frage handelt es sich dabei um eine vielseitige und tatkräftige Zeitgenossin, die als Europabeauftrage für die Freidemokraten im Kreis, die Tuchfühlung zu Brüssel, Straßburg und Europa hält.

Dagmar Weiner, Geburtsjahrgang 1960, geboren und aufgewachsen in München sowie in Augsburg und Nürnberg, verheiratet, am Hans-Sachs-Gymnasium in Nürnberg das Abitur absolviert, im Anschluss Diplom-Dolmetscherin (Englisch und Spanisch) und VWL an der Universität Heidelberg studiert, arbeitet als selbständige Kommunikationsberaterin und Business Coach und zu ihren Hobbys zählen die Tätigkeit als Krankenhaus-Seelsorgerin, Politik, Sport (Joggen, Krafttraining, Taiji, Wandern), Theologie, Psychologie, Literatur, Geschichte und Reisen.

Dagmar Weimer, Europabeauftragte des FDP Kreisverbandes

Dagmar Weimer, Europabeauftragte des FDP Kreisverbandes

1. Wie kommt es, dass Sie sich für Politik interessieren?

Politik betrifft alle Bereiche unseres Lebens, sie befasst sich mit der Frage, wie Menschen ihr Zusammenleben – vor Ort, im Land, auf einem Kontinent und auf dieser Erde – organisieren und wie sie leben wollen. Wie kann ich mich also nicht dafür interessieren? Politik hat sehr konkret etwas mit meinem eigenen Leben zu tun.

Es hat allerdings ein wenig Zeit gebraucht, bis ich mich dazu entschlossen habe, mich aktiv zu engagieren. In Deutschland ist die wirklich inhaltliche Meinungsvielfalt leider nicht sehr groß, ich suchte nach einer Partei, in der ich mich zumindest in den Grundprinzipien wieder finde.

2. Was möchten Sie mit Ihrem Engagement für die FDP erreichen?

1.) Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass wir uns über Meinungsunterschiede und unterschiedliche Lösungen wieder freuen, die Auseinandersetzung bringt uns am Ende weiter als Meinungsharmonie bzw. moralische Meinungsdiktatur.

2.) Ich möchte dazu beitragen, dass der Wert des einzelnen Menschen in seiner Einzigartigkeit weiterhin wahrgenommen wird. Ich bin besorgt darüber, wie bewusst unmündig unser Staat die Menschen inzwischen hält und erzieht. Die Freiheit des Einzelnen in der Gemeinschaft ist wichtig, jeder muss sich nach seinen Bedürfnissen entfalten und die Welt mitgestalten können. Hier laufen wir in Deutschland immer wieder Gefahr, vor lauter Harmoniebedürfnis und Unsicherheit nach der offiziell richtigen Meinung zu schielen.

3.) Europa und auch die Zusammenarbeit freiheitlich-demokratischer Rechtsstaaten insgesamt (USA!) sind großartige Errungenschaften der letzten 50 Jahre. Hier brauchen wir viel Information, einen kritisch-wertschätzenden Blick und den Mut zur richtigen Balance. Das heißt, wir müssen lernen, täglich nationale Interessen mit Interessen einer Gemeinschaft auszubalancieren. Hierfür gibt es kein Patentrezept. Die Zusammenarbeit ist Schwerstarbeit. Wir müssen hier sowohl mutig auch für unsere Interessen (Stabilität und verantwortungsvolles Wirtschaften) einstehen als auch sehen, wo wir – wie z.B. in der Energiepolitik – gemeinsam einen freien und effizienten Markt gestalten können. Ich will jene in der FDP unterstützen, die eine aufgeklärte und zukunftsorientierte Ordnungspolitik noch nicht verlernt haben.

3. Was bedeutet Freiheit für Sie?

Freiheit gehört zu meinem essentiellen Selbstverständnis. Die Freiheit des Denkens, Handelns und Wirtschaftens gehört für mich zum Wertvollsten, was die Kultur Europas entwickelt hat. Freiheit zwingt auch zur Würdigung und Wertschätzung der Freiheit des Anderen. Hier mache ich mir für Deutschland und Europa die meisten Sorgen. Zu gerne überlassen die Bürger Europas inzwischen die Gestaltung der gesellschaftlichen Spielregeln und Strukturen einem viel zu großen Staatsapparat.

4. Wo möchten Sie politisch Akzente setzen?

Als Europabeauftragte möchte ich vor allem einen Beitrag dazu leisten, dass wir informiert bleiben und uns zu europäischen Themen weiter einbringen. Europapolitik ist inzwischen Innenpolitik, das dürfen wir nicht vergessen. Ich möchte zudem ermutigen, die vielen Baustellen in Europa nicht schönzureden, sondern entschieden anzugehen. Dazu gehört auch ein Ende der Schulden und grenzenlosen Erweiterungspolitik. Wenn Schulden zu mehr Wachstum führen würden, wäre die Rangliste der europäischen Länder eine andere!

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die Kraft und den Mut haben, den Wählern und Bürgern klare und eindeutige Positionen anzubieten. Nichtssagende Sätze mit allgemeinen Versprechen oder nicht finanzierbaren Zusagen erhalten gibt es ausreichend bei den anderen Parteien. Ich will mich dafür einsetzen, dass wir die Dinge beim Namen nennen und mutige, vielleicht auch einmal unbequeme Positionen entwickeln und formulieren.

Ich betrachte mich als Wirtschaftsliberale und Marktwirtschaft ist für mich per se sozial. Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieser Gedanke innerparteilich wieder stärker zur Geltung kommt. Sonst wird die FDP mit anderen Parteien austauschbar.

Ich bin evangelische Christin und werde mich mit Wonne in der FDP für eine Beibehaltung der durch die griechisch-römische und jüdisch-christliche Antike geprägten Werte in Europa einsetzen. Tolerant kann nur sein, wer weiß, wo er selbst steht.

5. Was müsste geschehen, dass Sie mit dem Erfolg der FDP richtig zufrieden wären?

Über 10 Prozent in jeder Wahl ist für mich ein Muss. Und das wird für die FDP eine harte Knochenarbeit werden. Wir müssen den Bürgern klar vermitteln, dass sie bei uns das echte liberale Paket bekommen, und nicht eine sozialistisch-grüne Mogelpackung mit winzigen Elementen der Freiheit. Oder in der anderen Richtung rechtspopulistische Politik unter dem Deckmantel der Marktwirtschaft. Wenn wir das klar erarbeiten, werden wir gute Chancen haben.

6. Was kann die FDP für Neu-Isenburg besonders gut machen?

Die FDP kann in Neu-Isenburg wie im Kreis Offenbach immer wieder auf solide Wirtschafts-, Haushalts- und – ja – Sozialpolitik hinarbeiten, die ohne Ideologie, aber auf der Grundlage von Sachkenntnis, Know-how, Vernunft und Verantwortungsbewusstsein, nachhaltige Lösungen entwickelt. Die FDP fokussiert sich auf machbare, finanzierbare und der Lebensqualität dienende Maßnahmen, das ist ein großer Unterschied zu den sogenannten Volksparteien.

7. Angenommen, Sie wüssten, Sie könnten nicht scheitern, was würden Sie dann so richtig mit Begeisterung tun und anpacken?

Das ist jetzt vielleicht ein wenig anmaßend, aber da ich ja nicht scheitern würde: Ich würde die Inhalte und das Erscheinungsbild der FDP rundherum straffen und modernisieren, von der Bundespartei ausgehend bis in die Ortsverbände. Mutige Positionen entwickeln, fröhlich für Freiheit werben und auch die Auftritte und Aussagen einheitlicher gestalten. Wir brauchen Schwung und Schlagkraft. Dazu müssen wir zusammenrücken und aufeinander hören.

8. Was kann Sie wütend machen?

  • Mangelnder Mut zu klaren Positionen, stattdessen weiche, nett klingende Unverbindlichkeiten und permanente Meinungsschwankungen
  • Die Tatsache, dass wir im Westen, in Europa und in Deutschland so leichtfertig unsere Werte aufgeben und meinen, das hätte etwas mit Toleranz zu tun. Dieses „Anything Goes“ bringt mich wirklich auf die Palme
  • Generell: Individuelle Rücksichtslosigkeit auf Kosten anderer. In der großen Politik sind das Wahlversprechen, bei denen verschwiegen wird, wie sie bezahlt werden sollen. Im Kleinen ist das z.B. Vordrängeln beim Anstehen oder – mein Lieblingsbeispiel – Männer, die in Parkgaragen auf Frauenparkplätzen parken.
  • Wenn mir das Gefühl vermittelt wird, ich würde als normale evangelische Christin einer bizarren Sekte angehören.

9. Was kann Sie motivieren und begeistern?

  • Menschen, die sich mit Leib und Seele für etwas engagieren, von dem sie überzeugt sind
  • Ein intelligentes, wertschätzendes Gespräch zwischen zwei Menschen
  • Menschen, die nie aufgeben und bereit sind, an sich selbst zu arbeiten
  • Teams sind unendliche Potenziale von Ressourcen und Fähigkeiten. Wenn in einem Team – und damit auch in einer Partei – Individuen ihre Kraft zusammenlegen und wertschätzend einander unterstützen, dann ist das etwas ganz Wunderbares
  • Ein gutes Buch oder ein guter Film
  • Der Austausch mit anderen Kulturen und Sprachen
  • Sport
  • Der Kampfgeist von Menschen, die eine schwere Krankheit oder eine besondere Herausforderung überwunden haben
  • Menschen, die lieben und positive Gefühle zeigen können

10. Wer ist Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?

Martin Luther, der Apostel Paulus, Konrad Adenauer, Margaret Thatcher und ansonsten alle, die sich mit Wort und Tat für die Weiterentwicklung der Menschen in Würde, Freiheit, Wohlstand und Frieden eingesetzt haben.

11. Mit wem würden Sie sich heute gerne einmal zu einem Gespräch treffen?

Mit der amerikanisch-deutschen Schauspielerin Sandra Bullock, ich bin ein totaler Fan von ihr.

12. Welches Buch sollte jeder politisch interessierte Mensch gelesen haben?

Die Bibel, sie enthält alles zwischen Himmel und Erde.

13. Was ist Ihnen bei Freunden und Familie wichtig?

Liebe, Anteilnahme, Ehrlichkeit, Vertrauen, Humor, Mut, Zuverlässigkeit.

14. Wer sind ihre Helden der Wirklichkeit?

Zunächst mein Mann!

Ansonsten Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern, die täglich Übermenschliches leisten. Wirklich gute Seelsorger und Coaches – und eines Tages vielleicht wieder Politiker, die selbstständig, klar und mutig denken und handeln.

15. Was sind Ihre größten Stärken?

Ich denke, ich kann sehr gut Gedanken auf den Punkt bringen und strukturiert arbeiten. Die Menschen wissen, woran sie bei mir sind. Und ich habe meistens viel Schwung, Energie und Begeisterung.

16. Was ist Ihre Vorstellung von einem perfekten Samstagnachmittag?

Ein guter Lauf beim Lauftreff Neu-Isenburg und dann anschließend für meinen Mann und mich mit einem guten Glas Weißwein das gemeinsame Abendessen zubereiten.

17. Ihr Weg führt Sie …?

Zu Gott, zu mir selbst und immer wieder zu anderen Menschen.

18. Ihr Motto?

Zwei aus der Bibel, die sich nur scheinbar widersprechen:

„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ 1. Mose 32, 27

„Darum will ich mich rühmen meiner Schwachheit, denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“
2. Kor. 12, 9-10