Antrag:
Der Magistrat möge prüfen, ob mit einem Ausbau der Stadtbibliothek
ihre Fortentwicklung als öffentlicher, kultureller und sozialer
Lern-und Lebensraum, Bildungs-und Kulturzentrum ermöglicht werden kann.
Begründung:
Die Einrichtung von sog. Idea-Stores ( Lernzentren nach englischem Vorbild )
in Städten mit hoher Arbeitslosen- und Armutsquote, sowie einem hohen
Bevölkerungsanteil an Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen
aus bildungsfernen Milieus wie z.B. im Westen des Kreises OF (und somit
auch für Neu-Isenburg zutreffend) ist nach Auffassung der FDP-Fraktion
ein wichtiger Ausfluss aus der Erkenntnis des Studiums des Kreissozialatlasses.
Eine Kooperation der öffentlichen Bibliotheken mit der Agentur für Arbeit,
den Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie der Sozial-,
Kultur- und Integrationsdezernate, auch des Kreises Offenbach,
wäre hierzu nötig und erfolgsorientiert wünschenswert.
Idea-Stores meinen vor allem die Nähe der Bibliothek zu Geschäften, Bürger-
und Postämtern, wo die Menschen verschiedene Erledigungen tätigen können,
vor allem aber die Bibliothek möglichst schwellenfrei betreten können.
Kommerzielle, kulturelle und Bildungsangebote müssen quasi unmerklich ineinander übergehen.
S. a.: http://brain.fh-potsdam.de/ausgabe_002/2008_02_06_ideastores.html
Hochinteressant hierzu übrigens ein Artikel aus der ZEIT über das Bildungswesen
in Kanada am Beispiel Torontos – gerade, was den Umgang mit Zugewanderten betrifft:
http://www.zeit.de/2008/35/B-Toronto?page=2
Unter den folgenden Voraussetzungen wäre nach Auffassung der FDP-Fraktion
die Stadtbibliothek dafür hervorragend geeignet, zumal eine Mischfinanzierung
mit anderen Institutionen möglich sein sollte, auch was den Ausbau betrifft.
Voraussetzungen wären die Schaffung von :
a) zusätzlichen Räumen
b) weiterer technische Infrastruktur
c) spezielles Medienangebot
d) speziell qualifiziertes Personal
a)zusätzliche Räume
Es müssen abgeschlossene Räumlichkeiten für 12 bis 15 Personen starke
Gruppen bereitgestellt werden, um sowohl stilles, konzentriertes Lernen
und Arbeiten zu ermöglichen, aber auch Gruppenarbeit, Austausch
und Kommunikation, die andere Bibliotheksbenutzer nicht stören darf.
Diese Räume sind zu anderen Zeiten für allgemeine Schülergruppen,
die gemeinsam ihre Hausaufgaben erledigen wollen, verfügbar oder auch Gruppen,
die sich zu Besprechungen / Sitzungen, individuelles Lernen oder auch
zum Spielen zusammensetzen möchten.*
Dadurch würde großes Konfliktpotential, das durch die unterschiedlichen
Interessen der verschiedenen Benutzergruppen (Erwachsene, die in Ruhe
Zeitungen u.a. lesen wollen – Jugendliche, die beim Lernen auch reden wollen)
in der Bibliothek ohne räumliche Alternativen entsteht, entschärft.
Die Räume müssen ansprechend und funktional eingerichtet sein, freundlich,
hell und modern. Dazu gehören flexible Arbeitsplätze (verstellbare Tische
zum individuellen und gemeinsamen Arbeiten mit versenkbaren PC-Anschlüssen),
Regale für Medien, Zeitungen (Stellenanzeigen), Zeitschriften, Informationsbroschüren,
Abhörplätze für Sprachlernprogramme, Bereiche zum Entspannen und Chillen
mit Sesseln und Sofas, Getränkeautomaten, falls keine Caféteria vorhanden ist.
Eine ständige „Aufsicht“ außerhalb der betreuten Unterrichtszeiten ist dabei
unumgänglich. Denkbar wären ein oder mehrere Arbeitsplätze für Bibliothekspersonal
in diesen Bereichen. Denn völlig unkontrolliert sollten die Jugendlichen
oder Erwachsenen erfahrungsgemäß diese Räume nicht nutzen dürfen.
b) technische Infrastruktur
Diese Räume, aber auch die restliche Bibliothek müssen nach den neuesten
Erkenntnissen EDV-technischer Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten
ausgestattet sein. Zur Zeit wäre das Lernstudio der Stadtbücherei Frankfurt in der
Hasengasse ein geeignetes Anschauungsobjekt: PCs, auf denen bestimmte Lernprogramme
fest installiert sind, PCs mit Interzugang, um Recherchetechniken zu erlernen,
PCs zum Schreiben und freien Arbeiten, in der Bibliothek die Möglichkeit ein
privates Notebook anzuschließen.
Drucker, Scanner, Beamer, White Boards gehören zur Standardausrüstung.
Auch hier ist entsprechend fachkundiges, immer ansprechbares Personal,
das sowohl als Hilfe, aber auch als Aufsicht zur Verfügung steht, erforderlich.
c) spezielles Medienangebot
Das bereits vorhandene Medienangebot zum Erlernen von EDV-Kenntnissen,
Fremdsprachen, DaF (=Deutsch als Fremdsprache), Bewerbungsratgeber u.ä.
muss so quantitativ und qualitativ ergänzt und ständig auf aktuellem Stand gehalten werden,
damit sich die o.g. Zielgruppen den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes entsprechend
weiterbilden und schulen können.
Zu diesen Medien gehören herkömmliche Lehrbücher, Fachzeitschriften, CDs und DVDs,
aber auch Online-Programme wie sie bspw. die Hamburger Öffentlichen Bücherhallen
ihren Besuchern bieten. Es handelt sich dabei um rein digitale Medien/Lernprogramme
zum Bereich EDV, Job & Karriere, Fremdsprachen, DaF u.a.
d) speziell qualifiziertes Personal
Diplom-BibliothekarInnen mit entsprechender Zusatzqualifikation, pädagogisch
geschulte EDV-Fachleute / Informationsfachwirte, Sozialarbeiter / -pädagogen,
Vhs-Dozenten und Berater der Arbeitsagenturen, Fachpersonal mit Migrationshintergrund
oder zumindest entsprechenden Sprachkenntnissen und Wissen über die unterschiedlichen
Kulturen und Religionszugehörigkeiten.
Ein hoher Grad an Toleranz- und Konfliktfähigkeit, soziale und emotionale Kompetenz
gehören zu den wichtigsten Qualifikationen.
Natürlich wird eine nicht unerhebliche Aufstockung des Personals unumgänglich sein,
da ein solches Konzept mit seinen vielseitigen Angeboten mit Sicherheit viele
neue Nutzer anzieht, darunter auch einen großen Teil, der (zeit)-intensive Beratung braucht.
Fazit
Dass die klassischen Aufgaben und das klassische Bibliothekspublikum unter
diesen neuen Voraussetzungen nicht vernachlässigt werden dürfen, versteht sich von selbst.
Gerade die Neu-Isenburger Stadtbibliothek hat sich in den letzten 20 Jahren als
Forum für Medien- und Lesekultur zu einer bundesweit anerkannten Einrichtung entwickelt,
die für ein attraktives, vor allem aktuelles Medienangebot für breite Bevölkerungsschichten,
für kompetente Beratung, ein anspruchsvolles Veranstaltungsprogramm
und medienpädagogische Angebote für Kinder aller Altersstufen steht.
Diese Leistung und die erreichten Standards dürfen nicht gefährdet werden.
Die Bibliothek muss weiterhin ihre Position als Bildungs- und Kultureinrichtung
für allgemeine und gehobene Ansprüche wahren, sie muss weiterhin für freie Informations-
und Meinungsbildung sorgen und Möglichkeiten der schulischen und beruflichen
Bildung erschließen und bereitstellen ohne diejenigen aus dem Blick zu verlieren,
die nicht zu den Privilegierten unserer Gesellschaft gehören.
Durch die Ergänzung der o.g. Angebote würde sie den Anforderungen, die eine
zunehmend unübersichtlich werdende Welt an alle Gesellschaftsmitglieder stellt,
ein wichtiges Instrument zur Integration, Zukunftssicherung und Weiterentwicklung geben.
Deshalb sollte die Möglichkeit einer solch wichtigen Entwicklung geprüft
und in den Ausschüssen intensiv und ausführlich diskutiert werden.
Die Zeiten, in denen Kindergarten und Schule zwei voneinander getrennte
Welten waren, sind spätestens mit Einführung des hessischen Bildungsleitfadens
auch offiziell beendet.
Was dies konkret für die kommunale Kinderbetreuung bedeutet, wie sich diese
in den letzten Jahren verändert hat und welche Veränderungen noch zu bewältigen sind
möchten wir in geselliger Runde erörtern.
Als Referentin des Abends steht uns Frau Anke Hottmann, langjährige Leiterin der
städtischen Kindertagesstätte Eschenweg, mit Informationen zu den aktuellen Entwicklungen
zur Verfügung.
Die Veranstaltung steht wie gewohnt allen interessierten Bürgern offen und wird durch die
stv. Parteivorsitzende der FDP Neu-Isenburg, Susann Guber, moderiert.
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis 21.8.09 unter
oder telefonisch 06102/327517 AB.
"Wir werden in spätestens 3 Jahren die gleiche Debatte über das LYONEL
führen und dann erneut darüber zu reden haben, wie die Stadt mit ihren
Steuergeldern umgeht", sagt Susann Guber, stv. Parteivorsitzende und
Bürgermeisterkandidatin der FDP. Und Jörg Müller, stv.
Fraktionsvorsitzender, ergänzt, "leider hat hier unsere Magistratsspitze aus
den negativen Erfahrungen der Vergangenheit immer noch keine Lehren
gezogen".
Anders, so die beiden FDP-Vertreter, sei die sture Haltung in
puncto Fortführung des LYONEL als defizitärer Restaurantbetrieb nicht zu
erklären. Besonders ärgerlich sei auch die wiederholt geäußerte Behauptung,
dass eine Nutzung als Büro oder Praxis für Ärzte, Anwälte, Versicherungs-
oder Werbeagenturen ein historisches Gebäude der Stadt hätte verschwinden
lassen. Mal abgesehen davon, dass das Gebäude mit seinem klobigen und kalten
Küchenanbau ohnehin einen Teil seines historischen Charakters verloren hat,
diese Behauptung ist schlicht falsch.
Auch jetzt wäre es nicht zu spät für eine derartige Nutzung, die auf längere
Sicht weitere teure Flops mit Gastronomen als Pächter verhindern würde.
Wie will der Magistrat eigentlich sicher stellen, dass ein neuer Pächter
die Dinge besser macht als der alte, der jetzt seitens der städtischen Vertreter für die
Misere mitverantwortlich gemacht wird. Schließlich war der alte doch
derjenige, für den sich der Magistrat seinerzeit entschieden hat.
In Zeiten knapper Kassen sollte jetzt endlich Schluss sein mit weiteren
gastronomischen Experimenten zu Lasten der Steuerzahler. Ein jährliches
Minus des Restaurants, das bei Pachtausfällen oder Leerständen sogar an die
EUR 300.000,- heran reichen dürfte, ist einfach des Guten zuviel. "Aufgrund
des bevorstehenden Gewerbesteuer-Rückganges wird dieses Geld auch dringend
benötigt, um die vielfältigen kulturellen Angebote in Neu-Isenburg, wie z.B.
die Stadtbibliothek, uneingeschränkt erhalten bzw. bedarfsgerecht ausbauen
zu können", so Guber abschließend.