FDP-Arbeitsgruppe begrüßt RTW bis Stadtmitte

Jörg Müller, Leiter der FDP-Arbeitsgruppe „Stadtentwicklung und Mobilität
Jörg Müller, Leiter der FDP-Arbeitsgruppe „Stadtentwicklung und Mobilität”

Die lokale Arbeitsgruppe der FDP zum Thema „Stadtentwicklung und Mobilität“ spricht sich nach Angaben ihres Leiters Jörg Müller, Verkehrsexperte und stv. Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Stadtparlament, gegen die Verlängerung der RTW ins Birkengewann aus.

„Die RTW ist gleichwohl ein Glücksfall für Neu-Isenburg“, so Müller, für eine Trassenführung bis zur Stadtmitte Höhe IZ überwiegen nach Meinung der FDP-Arbeitsgruppe die Vorteile die Nachteile deutlich. Bei der ebenfalls angedachten RTW-Verlängerung ins Birkengewann, wie vom Bürgermeister und den Grünen bzw. der entsprechenden CDU-Arbeitsgruppe favorisiert, können wir diese Abwägung zugunsten der verlängerten RTW jedoch nicht unterstützen.

Als Gründe gegen die Verlängerung ins Birkengewann nennt die FDP-Arbeitsgruppe den teilweise nicht vorhandenen bzw. aus Platzgründen nicht realisierbaren eigenen Gleiskörper auf der Friedhofstrasse, ohne dabei den Individualverkehr massiv zu beeinträchtigen.

Hans-Joachim Neumann
Hans-Joachim Neumann

„Die vermeintliche Alternative eines Straßenbahngleises, also Schienen direkt auf der Strasse, ist ebenfalls nicht realistisch, da die Baukosten dann nicht vom Land finanziert werden“, stellt Hans-Joachim Neumann von der FDP-Arbeitsgruppe fest.

Der „stadtteilende“ Effekt einer komplett bis zum Birkengewann durchgezogenen RTW mit bis zu 100 Meter langen Zügen und entsprechender Haltestellenlänge sei ebenfalls nicht zu negieren.

Die Verlängerung erzwänge wohl auch „Pförtnerampeln“ vor den Toren der Stadt, z.B. von Osten kommend in Höhe der A661, die entweder bei „Hessen Mobil“ nicht genehmigungsfähig seien oder im schlimmsten Fall auch die eigenen Bürger mit ihren PKWs vor den Toren der Stadt aussperre.

Die Zahl der durch die RTW anzudienenden Arbeitsplätze im Gewerbegebiet Ost hinter Selgros sei ebenfalls vergleichsweise gering im Vergleich zum Gewerbegebiet Süd und der Stadtmitte mit dem IZ. Des Weiteren lägen bislang noch keine überzeugenden Lösungen für das Thema „Feuerwehrausfahrt“ und die Visualisierung der RTW-Trasse nebst künftigen Abbiegebeziehungen für PKWs entlang der Friedhofstraße auf dem Tisch.

Ein Nachteil einer in der Stadtmitte endenden RTW solle aber nicht unerwähnt bleiben. Das sei das Thema Park+Ride. Hier müsse man wohl die Kröte schlucken, dass ohne Verlängerung bis zum Birkengewann und einem dortigen neuen P+R Platz dann ein gewisses Maß an PKW-Fahrern seinen Weg durch die Stadt sucht, um erst am Isenburger Bahnhof im Westen am dortigen künftig ausgebauten P+R Platz vom Auto auf die RTW umzusteigen.

Jörg Müller betont, dass wie auch bei anderen Parteien die Arbeitsgruppe der FDP lediglich eine Empfehlung an das Stadtparlament ausspricht, die finale Entscheidung aber die Stadtverordneten (darunter auch die der FDP) nach bestem Wissen und Gewissen zu treffen haben.