FDP-Herbstgespräch: Von ferngesteuerten Küchenmaschinen und unechten Chef-Mails

Christian Meyer bei seinem Vortrag

Christian MeyerChristian Meyer bei seinem Vortrag

Wussten Sie dass Ihr Fernseher möglicherweise Teil eines kriminellen Netzwerkes ist? Ihre Passwörter vielleicht im Internet verkauft werden? Hinter der vertrauenserweckenden Email Ihres Chefs womöglich ein Betrüger seine Fäden zieht? Das größte Sicherheitsrisiko immer noch nicht im Rechner, sondern davor sitzt? Anhand von realen Beispielen berichtete Herr Christian Meyer, Head of Information Security bei einem internationalen mittelständischen Spezialchemieunternehmen aus der Region, beim diesjährigen Herbstgespräch der Isenburger FDP vor rund 30 interessierten Gästen u.a. über beliebte Betrugsmaschen mittels gekaperter Mailadressen, erpresserische Schadprogramme und von privaten Heimnetzwerken über die Dritte unbemerkt die Stereoanlage oder das fernsteuerbare Heizthermostat im Zombiemodus nutzen und steuern können.

Zuhörer beim diesjährigen Herbsgespräch der FDP Neu-Isenburg

Zuhörer beim diesjährigen Herbstgespräch der FDP Neu-Isenburg

Dabei handelt es sich auf Seiten der Betrüger längst nicht mehr um einsame Nerds, die eine sportliche Herausforderung suchen, sondern um bestens durchorganisierte multinationale kriminelle Organisationen, die maßgeschneiderte Attacken auf Ihre großen und kleinen Opfer durchführen. Dass diese Organisationen dabei alle heute zur Verfügung stehenden Informationsquellen (Facebook lässt grüßen) nutzen ist selbstverständlich. Selbst große Unternehmen erleiden durch Cyber-Betrug regelmäßig Vermögensschäden in Millionenhöhe – die Presse berichtet regelmäßig darüber.

Beruhigend zu wissen, dass es auch für normale Nutzer Möglichkeiten gibt sich zu schützen. Am wichtigsten ist der bewusste Umgang mit seinen Informationen sowie eine gewisse Vorsicht beim täglichen Umgang mit elektronischen Daten und IT. Die regelmäßige Passwortänderung sollte in dem Kontext obligatorisch sein. Auch Cloud Anbieter sollte man nicht per se verteufeln. In der Regel steht hinter großen Cloud-Diensten ein professioneller Dienstleister der digitalen Attacken um ein Vielfaches besser begegnen kann als private Endnutzer. Dass hier auch ein sicheres Passwort und keine leicht zu erratenden „Sicherheitsfragen“ verwendet werden müssen ist selbstverständlich. Aber auch klassisch, einfache Methoden wie das Abschließen des Aktenschrankes, oder die Nutzung von Sichtschutzfolien beim Arbeiten in der Öffentlichkeit helfen den Datendiebstahl zu verhindern. Und wer es ganz klassisch möchte, der verschickt seine Informationen auf natürlich verschlüsselten Datenträgern mittels adäquater „Snail Mail“, sprich der herkömmlichen Post oder dem Kurier.

„Wir Freien Demokraten engagieren uns sehr für die Digitalisierung in Wirtschaft und Staat. Aber das muss immer einhergehen mit einem persönlich verantwortungsvollen Umgang mit Informationen und Daten“, sagte die Isenburger FDP-Vorsitzende Susann Guber. „Unser Herbstgespräch hat einen Beitrag dazu geleistet, diese Eigenverantwortung bewusst zu machen und Schutzmöglichkeiten aufzuzeigen“.